{"id":554,"date":"2019-06-01T00:30:45","date_gmt":"2019-05-31T22:30:45","guid":{"rendered":"https:\/\/amitie-tuniso-allemande.de\/fr\/?p=554"},"modified":"2019-06-01T00:30:50","modified_gmt":"2019-05-31T22:30:50","slug":"tunesien-beziehungen-zu-deutschland-tunesien-05-04-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amitie-tuniso-allemande.de\/fr\/2019\/06\/01\/tunesien-beziehungen-zu-deutschland-tunesien-05-04-2019\/","title":{"rendered":"Tunesien: Beziehungen zu Deutschland Tunesien 05.04.2019"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00a0 \u00a0<\/p>\n\n\n\n\n\n<h2 id=\"content_0\" class=\"rte__heading2\">Politik<\/h2>\n<p class=\"rte__paragraph\">Deutschland und Tunesien pflegen seit der Unabh\u00e4ngigkeit des Landes 1956 diplomatische Beziehungen. Seit Beginn der Demokratisierung 2011 unterst\u00fctzt die Bundesregierung den politischen und wirtschaftlichen Wandel in Tunesien mit einer intensiven Zusammenarbeit. Zwischen beiden Regierungen wurden eine umfassende Transformationspartnerschaft sowie ein regelm\u00e4\u00dfiger politischer Dialog auf Staatssekret\u00e4rsebene vereinbart, der zuletzt 2018 in Berlin stattfand; das n\u00e4chste Treffen auf dieser Ebene ist f\u00fcr 2020 in Tunis geplant.<\/p>\n<p class=\"rte__paragraph\">Zahlreiche politische Besuche belegen die guten und intensiven Beziehungen mit Tunesien seit Beginn der Demokratisierung. Zuletzt reiste Bundeskanzlerin Merkel 2017 nach Tunis, f\u00fchrte Gespr\u00e4che mit Staatspr\u00e4sident Essebsi und Premierminister Chahed und hielt eine Rede vor dem tunesischen Parlament. Zuvor hatte Premierminister Chahed Berlin besucht. 2015 reiste Bundespr\u00e4sident Gauck zu einem offiziellen Besuch nach Tunesien. Pr\u00e4sident Essebsi nahm 2015 als Sondergast am G7-Gipfel in Elmau und 2017 an einer G20-Afrika-Konferenz in Hamburg teil. 2018 traf er in Berlin Bundespr\u00e4sident Steinmeier und Bundeskanzlerin Merkel am Rande des Afrika-Gipfels in Berlin. Dar\u00fcber hinaus fanden zahlreiche Begegnungen auf Ministerebene statt.<\/p>\n<p class=\"rte__paragraph\">Der Deutsche Bundestag engagiert sich f\u00fcr die Festigung einer demokratischen politischen Kultur in Tunesien unter anderem mit regelm\u00e4\u00dfigem Besucheraustausch auf politischer Ebene, Beratung der tunesischen Parlamentsverwaltung sowie dem Internationalen Parlamentsstipendium. Alle sechs deutschen politischen Stiftungen sind in Tunis mit eigenen L\u00e4nderb\u00fcros vertreten und f\u00fchren mit verschiedenen tunesischen Partnern Beratungs- und Dialogprojekte zur F\u00f6rderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Verwaltungsreform, Marktwirtschaft und sozialem Dialog, kritischer wissenschaftliche Forschung, Medien sowie Zivilgesellschaft durch. Unter den Bundesl\u00e4ndern unterh\u00e4lt vor allem Bayern auf der Grundlage der Landespartnerschaft von 2012 und eines gemeinsamen Aktionsplans 2015-2018 enge Beziehungen nach Tunesien.<\/p>\n<h2 id=\"content_1\" class=\"rte__heading2\">Wirtschaft<\/h2>\n<p class=\"rte__paragraph\">Die intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Tunesien wurden seit der tunesischen Revolution weiter vertieft. Von allen\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Europ\u00e4ische Union\">EU<\/abbr>-Mitgliedstaaten ist Deutschland, nach Frankreich und Italien, der drittgr\u00f6\u00dfte Handelspartner und ausl\u00e4ndische Investor in Tunesien. Gegenw\u00e4rtig sind nach Angaben der deutsch-tunesischen Industrie- und Handelskammer rund 260 meist exportorientierte Unternehmen in Tunesien aktiv, die insgesamt 60.000 tunesische Arbeitskr\u00e4fte besch\u00e4ftigen und \u00fcber 350 Millionen Euro investiert haben.<\/p>\n<p class=\"rte__paragraph\">Deutschland exportiert nach Tunesien in erster Linie Textilien (Vorerzeugnisse), elektronische Erzeugnisse, Maschinen, Kraftfahrzeuge, chemische Produkte, Waren der Ern\u00e4hrungswirtschaft sowie Eisen und Eisenwaren. Die wichtigsten deutschen Einfuhrg\u00fcter aus Tunesien sind Textilien (Enderzeugnisse), elektrotechnische Komponenten, Autokomponenten (insbesondere Kabel), Lederwaren, Roh\u00f6l, Waren der Ern\u00e4hrungswirtschaft, Kraftstoffe, Schmier\u00f6le und Teppiche.<\/p>\n<h2 id=\"content_2\" class=\"rte__heading2\">Transformationspartnerschaft<\/h2>\n<p class=\"rte__paragraph\">Tunesien ist das bedeutendste Zielland der 2012 ins Leben gerufenen Transformationspartnerschaften, die sich als wirksames Instrument der Au\u00dfenpolitik mit Mitteln erwiesen hat. Durch die Transformationspartnerschaft konnten Reformprozesse und Initiativen der tunesischen Zivilgesellschaft schnell, kompetent und flexibel durch eine Vielzahl von Projekten mit Fachexpertise unterst\u00fctzt und das politische Engagement Deutschlands in Tunesien flankiert werden. Schwerpunkte ist seit 2014 die Unterst\u00fctzung von Staat und Gesellschaft in der Umsetzung der progressiven Verfassung von 2014, welche einen gro\u00dfen Teil der Forderungen der verschiedenen Akteure der Revolution aufgenommen hat. Inhaltlich fokussieren sich die gef\u00f6rderten Projekte vor allem auf Demokratie- und Rechtsstaatsf\u00f6rderung, St\u00e4rkung der Zivilgesellschaft und gute Regierungsf\u00fchrung. 2019 flie\u00dfen 7 Mio. EUR in Regionalprojekte mit Komponenten in Tunesien. Zudem werden bilaterale Projekte f\u00fcr ca. 5 Mio. EUR umgesetzt,\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr>\u00a0der Vereinten Nationen, internationalen Nichtregierungsorganisationen,\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Gesellschaft f\u00fcr Internationale Zusammenarbeit\">GIZ<\/abbr>, Mittler der ausw\u00e4rtigen Kultur- und Bildungspolitik.<\/p>\n<h2 id=\"content_3\" class=\"rte__heading2\">Entwicklungszusammenarbeit<\/h2>\n<p class=\"rte__paragraph\">Auch in der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland einer der wichtigsten bilateralen Partner Tunesiens. In Folge der Revolution hat das\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung\">BMZ<\/abbr>\u00a0seine Zusammenarbeit mit dem nordafrikanischen Land intensiviert und substantiell erh\u00f6ht. Im Jahr 2018 belief sich die Zusage auf ca. 240 Mio. Euro. Damit erh\u00f6ht sich das Gesamtvolumen laufender Vorhaben der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit in Tunesien auf 1,8 Mrd. Euro. Kooperationsschwerpunkte sind Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung\/Ausbildung, Dezentralisierung\/Verwaltungsreform sowie Ressourcenschutz (Wasser und Energie). Besch\u00e4ftigungsf\u00f6rderung ist Querschnittsthema in allen Schwerpunkten. Dies ist insbesondere wichtig f\u00fcr die strukturschwachen Regionen im Hinterland, und um vor Ort Perspektiven zu schaffen und Fluchtursachen zu mindern.<\/p>\n<p class=\"rte__paragraph\">Das\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung\">BMZ<\/abbr>\u00a0unterst\u00fctzt die tunesischen Entwicklungsziele und fordert gleichzeitig konsequent die Umsetzung von Reformschritten ein. Zentral ist hierbei die 2017 mit Tunesien geschlossene Reformpartnerschaft im Finanz- und Bankensektor. Die Reformpartnerschaft stellt den bilateralen Beitrag Deutschlands zur G20 Initiative\u00a0<span lang=\"en\">&lsquo;Compact with Africa\u2018<\/span>\u00a0dar und zielt darauf ab, die Rahmenbedingungen f\u00fcr privatwirtschaftliche Investitionen zu verbessern und Besch\u00e4ftigung zu schaffen. Derzeit finden Gespr\u00e4che mit den\u00a0tunesischen Partnern statt, um die Reformpartnerschaft auf den Bereich Gute Regierungsf\u00fchrung auszuweiten. Regierungskonsultationen und \u2013verhandlungen finden j\u00e4hrlich mit Tunesien statt. Die n\u00e4chsten Gespr\u00e4che mit der tunesischen Regierung sind f\u00fcr April 2019 geplant.<\/p>\n<h2 id=\"content_4\" class=\"rte__heading2\">Kultur und Bildung<\/h2>\n<p class=\"rte__paragraph\">Schwerpunkte der deutsch-tunesischen Kooperation im Kulturbereich liegen in der Bereitstellung von Stipendien durch den\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Deutscher Akademischer Austauschdienst\">DAAD<\/abbr>\u00a0(Deutscher Akademischer Austauschdienst) sowie Deutschkursen und Kulturveranstaltungen. Das Goethe-Institut ist seit knapp 60 Jahren in Tunis vertreten.<\/p>\n<p class=\"rte__paragraph\">Fast 40.000 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler\u00a0lernen Deutsch als Fremdsprache an rund 400 tunesischen Schulen. Das Goethe-Institut hat im Fr\u00fchjahr 2014 eine Vereinbarung zur F\u00f6rderung des Deutschunterrichts mit dem tunesischen Bildungsministerium abgeschlossen, die Fortbildungsma\u00dfnahmen, p\u00e4dagogische Sachmittelunterst\u00fctzung und Beratungsleistungen vorsieht. Das Goethe-Institut betreut f\u00fcnf der f\u00fcr die Partnerschulinitiative des Ausw\u00e4rtigen Amts \u201e<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Partnerschulinitiative\">PASCH<\/abbr>\u201c gewonnenen tunesischen Schulen. Die sechste\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Partnerschulinitiative\">PASCH<\/abbr>-Schule in Tunesien bietet das Deutsche Sprachdiplom (DSD) an und wird von der Zentralstelle f\u00fcr das Auslandsschulwesen betreut. Der\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Deutscher Akademischer Austauschdienst\">DAAD<\/abbr>\u00a0ist zur F\u00f6rderung der Germanistik mit insgesamt vier Lektoren\/Sprachassistenten an drei Hochschulen in Tunis und Gabes vertreten. Seit Juni 1992 sendet Radio Tunis International t\u00e4glich ein einst\u00fcndiges Programm in deutscher Sprache. Gro\u00dfes Ansehen hat sich das Deutsche Arch\u00e4ologische Institut (<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Deutsches Arch\u00e4ologisches Institut \">DAI<\/abbr>, Abteilung Rom) w\u00e4hrend der vergangenen vier Jahrzehnte durch seine Ausgrabungen in Karthago und Chemtou erworben. Seit 2000 wird der in Deutschland restaurierte Schiffsfund von Mahdia im Bardo-Museum in Tunis ausgestellt. Mit Mitteln des Ausw\u00e4rtigen Amtes verwirklichte das\u00a0<abbr class=\"rte__abbreviation\" title=\"Deutsches Arch\u00e4ologisches Institut \">DAI<\/abbr>\u00a0in den vergangenen Jahren wichtige Kulturerhaltsprojekte in Chemtou (r\u00f6mischer Kaiserkulttempel) und Karthago.<\/p>\n<p>(Quelle : AA-Berlin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u00a0 Politik Deutschland und Tunesien pflegen seit der Unabh\u00e4ngigkeit des Landes 1956 diplomatische Beziehungen. 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